Ein Diagnose-Tool für alle

Lernlinie ist das Ergebnis wissenschaftlicher Forschung. Seit über 10 Jahren hilft Lernlinie Lehrkräften, ein individuelles Förderangebot zu realisieren, Kindern in ihren schulischen Lernprozessen und Bildungsinstitutionen, höhere Leistungsniveaus und niedrigere Förderquoten zu erzielen.

Ein Diagnose- und Fördertool für Lehrkräfte

Schule fällt Kindern nicht immer leicht. Deshalb ist eine zielgenaue Unterstützung wichtig. Lernlinie unterstützt darin, Lernprobleme frühzeitig zu erkennen und eine zeitnahe und zielgenaue Förderung zu planen.

Ein Diagnose- und Fördertool für Schüler:innen

Lernlinie ermöglicht einen schnellen und einfachen Überblick über die Kompetenzprofile sowohl einzelner Schüler:innen als auch der gesamten Klasse. Mit wissenschaftlich geprüften Materialien kann adäquat auf individuelle Stärken und Schwächen eingegangen werden.

Ein Diagnose- und Fördertool für Kolleg:innen und Eltern

Im schulischen Alltag ist Einiges los. Oft mangelt es an Zeit und Ruhe, um sich ausführlich über die Entwicklung der Kinder auszutauschen. Mit den erprobten Materialien der Lernlinie können Lern- und Entwicklungsstände übersichtlich dargestellt werden und erleichtern die Kommunikation im Kollegium aber auch mit den Eltern.

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Digital oder analog? Wie sollte Lernverlaufsdiagnostik erfolgen?

Lernverlaufsdiagnostik – analog oder digital – kann die schulische Entwicklung von Kindern maßgeblich unterstützen. Noch praxisrelevanter wird sie, wenn sie digital durch die Schüler:innen durchgeführt wird. Obwohl in der Literatur viele Vorteile von computer- oder tablettenbasierten Tests diskutiert werden (z. B. innovative Aufgabeformate, adaptives Testen, automatisierte Bewertung und Feedback), bestehen nach wie vor Bedenken hinsichtlich der Vergleichbarkeit verschiedener Testmodi (Papier-Stift-Version vs. Tablet-Version). In der vorgestellten Studie wurden Daten von 98 Viertklässler:innen analysiert. Sie verarbeiteten die gleichen Aufgaben einmal mit Papier und Stift und einmal in einer Tablet-App. Den spannenden Beitrag haben wir hier für Sie einmal zusammengefasst. Den vollständigen Beitrag (in englischer Sprache) können Sie hier einsehen.


Blumenthal, S., & Blumenthal, Y. (2020). Tablet or paper and pen? Examining mode effects on German elementary school students’ computation skills with curriculum-based measurements. International Journal of Educational Methodology, 6(4), 669-680.

https://doi.org/10.12973/ijem.6.4.669

Was ist die Kernaussage des Texts?

Die Kernaussage des Textes ist, dass die Nutzung digitaler Lernverlaufsdiagnostik, insbesondere von tabletbasierten Tests, viele Vorteile hat. Die Ergebnisse zeigen, dass digitale Tests grundsätzlich vergleichbare Ergebnisse wie analoge Tests liefern. Schüler:innen berichten darüber hinaus von höherer Motivation und wahrgenommenen Vorteilen bei der Nutzung von Tablets. Allerdings ist der Einsatz von Tablets in deutschen Schulen aufgrund begrenzter Zugangsmöglichkeiten zu digitalen Geräten noch zu selten. Lehrkräfte sollten unterstützt werden, die Vorteile digitaler Tests nutzen zu können.

Lernverlaufsdiagnostik analog – Was spricht dafür?

Es gibt mehrere Argumente für die Nutzung einer Lernverlaufsdiagnostik als Papier-Stift-Version:

  • Erstens sind Papier-Stift-Tests in Schulen weit verbreitet und vertraut, was zu einer höheren Akzeptanz bei Lehrkräften und Schüler:innenn führen kann.
  • Zweitens erfordern Papier-Stift-Tests keine spezielle technische Ausstattung wie Computer oder Tablets, was sie manchmal leichter zugänglich macht.
  • Drittens können Papier-Stift-Tests auch in Umgebungen ohne Internetzugang oder Stromversorgung durchgeführt werden, was ihre Anwendbarkeit in verschiedenen Kontexten erhöht.
  • Viertens ermöglichen Papier-Stift-Tests eine flexible Bearbeitung und Notierung von Antworten, da Schüler:innen Notizen machen, Skizzen zeichnen und ihre Gedanken frei auf dem Papier festhalten können.

Lernverlaufsdiagnostik digital – Was spricht dafür?

Die Nutzung digitaler Tests bietet mehrere Vorteile:

  • Erstens ermöglichen computer- oder tabletbasierte Tests eine effizientere Datenerhebung, -auswertung und -interpretation, was zu einer Zeitersparnis für Lehrkräfte führt.
  • Zweitens können digitale Tests automatisierte Unterstützung bei der Dateninterpretation bieten, was die Genauigkeit und Objektivität der Auswertung verbessern kann.
  • Drittens sind digitale Tests kosteneffizienter als analoge Tests, da sie keine zusätzlichen Druckkosten verursachen und damit die begrenzten Druckkontingente in Schulen berücksichtigen.
  • Viertens ermöglichen digitale Tests eine einfachere Bereitstellung von Unterstützungsmaterialien und Ressourcen für die Schüler:innen.
  • Schließlich haben Studien gezeigt, dass digitale Tests von Lehrkräften gut angenommen werden und zu höheren Lerngewinnen führen können.

Digital vs. analog – Moduseffekte bei der Testdurchführung

Moduseffekte (engl. mode effects) beziehen sich auf Unterschiede, die sich auf verschiedene Testmodi zurückführen lassen. In diesem Beispiel geht es um Unterschiede in einer digitalen oder einer analogen Testanwendung.

Die Frage nach dem Moduseffekt ist bedeutsam, um einschätzen zu können, ob die jeweilig erzielten Ergebnisse als gleichwertig interpretiert werden können (American Educational Research Association, American Psychological Association & National Council on Measurement in Education, 2014). Um auf diese Unterschiede zu testen, müssen die beiden Durchführungsmodi einem empirischen Vergleich unterzogen werden. Die Befunde deuten dann auf eine Vergleichbarkeit hin, wenn die Ergebnisse und Verteilungen der Schüler:innenüber beide Formate hinweg ähnlich sind (Pomplun, Frey & Becker, 2002).

Wie wurde in der Studie vorgegangen?

In der Studie wurden digitale und analoge Lernverlaufsdiagnostiken verglichen. Die Tests wurden etwa zur Schuljahresmitte des vierten Schuljahres innerhalb einer Schulwoche im Rahmen einer täglichen Übung administriert. An zwei aufeinanderfolgenden Tagen wurde zunächst die papier- dann die tabletbasierte Form eingesetzt. Anschließend wurden die erizelten Ergebnisse der Kinder auf Ähnlichkeiten bzw. Ungterschiede untersucht. Ergänzend wurden die Kinder und Lehrkräfte zum Einsatz digitaler Medien in der Schule befragt.

Wie steht es um die Einsetzbarkeit von digitalen Endgeräten in der Schule?

Grundlegend scheint die Einsetzbarkeit von tabletbasierten Tests im Unterricht möglich. Dafür sprechen Befunde, wonach viele Kinder zuhause Zugriff auf ein Tablet haben (Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest, 2016). Die hier durchgeführte Schüler:innenbefragung zeigt ein noch eindeutigeres Bild. Etwa 64 % der in dieser Studie befragten Kinder verfügen demnach zuhause über ein Tablet und nutzen dies an mindestens einem Tag in der Woche. Das Tablet ist also ein bekanntes Medium für Kinder. Entsprechend leicht fiel den untersuchten Schüler:innen auch die Bedienung der Geräte in der Testsituation. Eingeschränkt ist der Einsatz von Tablets im Unterricht dahingehend, als dass nur in seltenen Fällen mobile Endgeräte an Schulen verfügbar sind. Auch in der vorliegenden Studie zeigt sich, dass die Kinder eher selten ein Tablet im Unterricht nutzen (MW = 3.51, SD = 0.85 bei einer 4-stufigen Likert-Skala).

Analog oder digital? Was sind die Haupterkenntnisse der Studie?

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie zeigen, dass der Einsatz von Tablets im Vergleich zu Papier und Stift zu Abweichungen bei einzelnen Aufgaben führt. Die Aufgaben am Tablet waren demnch für die Kinder schwerer. Insgesamt sind die Ergebnisse des digitalen und des analogen Testmodus jedoch als vergleichbar zu beurteilen. Die Ergebnisse der Tablet-basierten Tests im Vergleich zu den Papier-Bleistift-Tests zeigten hohe Ähnlichkeiten auf der Ebene der Mittelwerte, Standardabweichungen, Reliabilitäten und Korrelationen mit externen Kriterien. Es wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen den Testmodi festgestellt, weder durch Varianzanalyse noch durch den Einsatz eines grafischen Modelltests zur Bestimmung der Messinvarianz.

Analog oder digital? Welche Vorteile sahen die Schüler:innen bei der digitalen Lernverlaufsdiagnostik?

Die Kinder berichteten von wahrgenommenen Vorteilen bei der Arbeit mit Tablets, wie z.B. höhere Motivation und Interesse. Die Schüler:innen sahen mehrere Vorteile in der Verwendung von Tablets:

  • Sie berichteten, dass die Arbeit mit Tablets sie motivierter machte und ihr Interesse steigerte.
  • Darüber hinaus gaben sie an, dass die Aufgaben auf dem Tablet einfacher waren und sie diese schneller lösen konnten. Dieser Fakt ließ sich anhand der Daten objektiv nicht bestätigen.
  • Diese wahrgenommenen Vorteile trugen zu einer erhöhten Motivation bei, da die Schüler:innenangaben, dass sie lieber mit dem Tablet arbeiteten.
  • Darüber hinaus reduzierte die Verwendung von Tablets den emotionalen Stress, den die Schüler:innenbei schwierigen Matheaufgaben empfanden. Insbesondere bei Kindern, die angaben, dass schwierige Aufgaben sie unwohl fühlen ließen, wurde dieser unangenehme Effekt durch die Verwendung von Tablets reduziert.

Fazit

Mit der Lernlinie können Lernverläufe sowohl analog, als auch digital erfasst werden. Insgesamt spricht Vieles für die Nutzung digitaler Endgeräte zur Lernverlaufsdiagnostik. Wie Lernlinie mittels digitaler Tests den schulischen Alltag unterstützen kann, ist in unserem Blog-Artikel „Digitale Lernverlaufsdiagnostik mit Lernlinie“ zu lesen.

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